Geschwindigkeit durch HSS-Blitzen einfrieren

Vor zwei Wochen habe ich über das Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang geschrieben, heute zeige ich ein paar Beispiele für sogenanntes HSS-Blitzen. Als Beispiel nehme ich Fotos eines Shootings mit der Schaffhauser Leichtathletin Lydia Boll.

Blitzinstallation

Ich traf Lydia auf dem Munot-Sportplatz in Schaffhausen. Wir hatten abgemacht, dass wir einige Fotos beim Hürdenlauf erstellen wollten. Bei der Shootingvorbereitung wurde mir schnell klar, dass ich den Munot im Hintergrund haben und wenn möglich auch gegen die Sonne fotografieren wollte. Entsprechend stellten wir den Startblock sowie die Hürden auf und wählten die Zeit fürs Shooting. Während Lydia sich aufwärmte, installierte ich den Blitz: Er kam in Laufrichtung rechts zu stehen und damit gegenüber der Sonne. Da ich bei allen Fotos mindestens eine Verschlusszeit von 1/500 Sekunde hatte, stellte ich den Move so ein, dass er für HSS (High Speed Synchronisation) optimiert war. Als Auslöser setzte ich meinen Cactus Trigger ein. Seit dem Firmware-Update muss man an Trigger und Empfänger nichts mehr einstellen – die Blitzauslösung wird perfekt durchgeführt. Die Blitzstärke muss ich aber nach wie vor manuell einstellen.

Geschwindigkeit auf verschiedene Arten einfrieren

Geschwindigkeit kann man auf verschiedene Arten einfrieren: Einerseits kann ich den Blitz nutzen, um Geschwindigkeiten einzufrieren s. das untenstehende Bild). Dabei ist nicht die Verschlusszeit wichtig, sondern die Geschwindigkeit, mit welcher der Blitze hell und wieder dunkel wird. Bei dieser Art von Fotografie ist nur das Licht des Blitzes für die Belichtung zuständig – ohne Blitz wäre das Bild unterbelichtet oder sogar schwarz.

Dank extrem kurzer Blitzabbrennzeit werden die Wassertropfen aus dem explodierenden Ballon scharf.

Dank extrem kurzer Blitzabbrennzeit werden die Wassertropfen aus dem explodierenden Ballon scharf.

Andererseits gibt es die Möglichkeit, Bewegung mit kurzen Verschlusszeiten festzuhalten. Dabei bedar es (je nach Geschwindigkeit) Verschlusszeiten ab 1/500 oder 1/1000 Sekunde. Dies ist die einfachste Möglichkeit, ohne Blitz Bewegung einzufrieren. Diese Methode wird verwendet, wenn ohne Blitzlicht gearbeitet wird.

Fotografiere ich nun gegen das Licht und will mein Sujet nicht als Silhouette, muss ich einen Blitz einsetzen. Ich benutze den also zur zur Aufhellung. Das Bild wäre ohne Blitz also nicht dunkel oder schwarz, aber Lydia wäre hier nur als Silhouette sichtbar. Ich brauche also eine schnelle Verschlusszeit, um die Bewegung einzufrieren und einen Blitz, der in dieser kurzen Zeit genug Kraft aufbringt, das sie aufzuhellen. Das sieht dann so aus:

Dank HSS-Blitzen ist die Hürdenläufern Lydia Boll nicht nur als Silhouette sichtbar.

ISO 400, Blende 11, 1/1250s

 

HSS-Blitzen

Kameras haben eine Blitz-Synchronisationszeit. Das bedeutet, dass bei dieser kürzesten Zeit (z.B. bei der Fuji X-T2 1/250 Sek.) der Blitz das ganze Bild beleuchtet. Wenn der Verschluss schneller schliesst (z.B. 1/500 Sek.), wird ein Teil des Bildes schwarz.

Viele Blitze können mittlerweile so eingestellt werden, dass sie etwas länger leuchten und so während der kurzen Verschlusszeiten wie ein „Dauerlicht“ wirken. Bei Broncolor kann ich das wie gesagt einstellen und der Cactus-Trigger sorgt dann dafür, dass alles optimal aufeinander abgestimmt ist.

Für dieses Shooting setzte ich den mobilen Blitz „Move“ mit 1200 J Leistung ein. Um gegen die Sonne zu blitzen, ist viel Leistung nötig, Leistung die dieses Kraftpaket liefern kann.

Lange Ladezeiten

Wenn man mit viel Leistung blitzt, haben alle Blitze länger, bis sie wieder einsatzbereit waren. So auch bei diesem Shooting. Ich hatte also eine Chance pro Durchgang, um Lydia richtig im Bild zu haben. Klappte es nicht, durfte sie zurück an den Start und noch einmal rennen. Wir versuchten also, so rasch wie möglich einen gemeinsamen Rhythmus zu erhalten, um ihre Kräfte möglichst zu schonen.

Übrigens: Damit die Sonne wie beim obenstehenden Bild „sternenförmig“ aussieht, ist eine relativ geschlossene Blende nötig (hier Blende 11). Wegen der kurzen Verschlusszeit sowie der geschlossenen Blende, musste ich die ISO auf 400 stellen, um das Bild korrekt zu belichten.

Die Leichtathletin Lydia Boll startet zum Trainingslauf über die Hürden.

Die Leichtathletin Lydia Boll startet zum Trainingslauf über die Hürden.

Die Leichtathletin Lydia Boll überspringt die erste Hürde beim Hürdenlauf. Dank HSS-Blitzen ist sie nicht nur als Silhouette sichtbar.

Die Leichtathletin Lydia Boll überspringt im Training locker eine Hürde.

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