033 - Unterwegs für Strom

Podcast

Mein heutiger Gast Markus Niedrist war jahrelang auf Montage, unterwegs für Strom. Er ist gelernter Stromer, also Elektromonteur. Und heute ist er Mitglied der EKS AG, des Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen. Ich war bei ihm im Büro und habe mit ihm über sein Leben gesprochen und seine Ansichten, was er unter Führung versteht und sie lebt.

Im Gespräch sagt Markus, dass jeder Chef oder Chefin sein könne, wenn es gut laufe. Schwierig werde es, wenn auch die Situation herausfordernder wird. Wie er das meistert, wie er Führung versteht und was ihm sein Rucksack - also seine Erfahrungen - bringt, das erfährst du im Anschluss. Falls du kein Schweizerdeutsch verstehst, kannst du unterhalt die sinngemässe Transkription lesen.

Charaktermenschen (CM): Markus Niederist, heute geht es um dich und dein Leben. Erzähl uns doch erst mal, wer du bist.

Markus Niedrist (MN): Meine Name ist Markus Niederist, ich bin 61, wohne in Gächlingen, komme aber aus Schaffhausen. Ich habe eine Frau und drei Kinder und wohnen in einem alten Bauernhaus.

CM: Aktuell arbeitest du bei der EKS AG in Schaffhausen und bist Mitglied der Geschäftsleitung. Was ist dort deine Aufgabe?

MN: Ich bin Leiter Netze und zuständig für die Versorgungssicherheit des Kantons Schaffhausen sowie den Zubau von Anlagen, Instandhaltung und Planung der Neubauten.

CM: Für alle, die es nicht wissen, wir sprechen von Strom. Ein spannendes aktuelles Thema aber heute geht es nicht darum und die Politik, sondern um dich. Meine Frage: Wieso machst du, was du machst?

MN: Weil es hochspannend ist und ich es gerne mache. Ich glaube es war noch nie so spannend, in der Energiebranche zu arbeiten, wie heute. Wir stehen vor wahnsinnig vielen Herausforderungen und das macht Spass.

CM: Ist es ein Stück weit auch frustrierend oder kannst du es so handhaben, dass die Arbeit mehr Spass als Frust bereitet?

MN: Das ist immer so. Es gibt überall Sachen, die einem nicht immer Spass machen. Bei uns ist es teilweise natürlich auch politisch beeinflusst. Das macht nicht immer Spass. Aber im Grossen und Ganzen mit Menschen zusammenzuarbeiten, Ziele zu verfolgen und Strategien umzusetzen, macht mehrheitlich Spass.

CM: Du hast es vorher angesprochen: Du bist 61 und hast entsprechend schon einiges erlebt in deinem Leben. Über deinen Lebensweg möchte ich jetzt mit dir sprechen. Wie hat dein Berufsleben angefangen?

MN: Wie alle Jungen machte ich eine Lehre, Ausbildung. Bereits vor 16 bastelte ich an Fernsehern rum. Elektrisches hat mich immer begeistert. Ursprünglich wollte ich Radio- und Fernsehelektriker lernen. Das hat aber nicht funktioniert, weil die sehr grossen Wert auf extrem gute Noten gelegt hatten. Und ich war nicht ein wahnsinnig guter Schüler.

So beschloss ich, Elektromonteur zu werden. Ich machte die 4-jährige Ausbildung und wie es so ist im Leben: Nach vier Jahren kommst du aus der Lehre und weisst nicht so recht, was du machen sollst. Ich beschloss dann, eine Weltreise zu machen. Allerdings hatte ich überhaupt keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Damals, in den 80-ern, was das noch nicht üblich, einfach abzurauschen. Ich kaufte mir ein "Around the World Ticket" bei Bruno Wanzenried (Anm. der Red. Er gründete den WAMO, ein Ausrüstungs- und Reisegeschäft, das es heute noch gibt in Schaffhausen). Ich glaube ich war sein erster Kunde.

Er war damals noch in Neuhausen und er hat mir an seinem Stubentisch das Ticket überreicht. Anschliessend war ich dann gut 1,5 Jahre unterwegs.

CM: Was wusstest du schon von dieser Reise? Die Stationen, und sonst?

MN: Ich wusste, dass ich in Paris starten musste. Das war am Günstigsten damals. Anschliessend gings nach Colombo, Singapur, Manila, Hong Kong und dann Sydney, Neuseeland (Oakland), Papeete, Los Angeles. Und ab dort hatte ich kein Ticket nach Hause. Das war ein sogenanntes Open Ticket.

CM: Wie kamst du von LA zurück?

MN: Ich reiste dann durch die USA. Bei Seattle merkte ich, dass dies zu teuer ist und fuhr zurück und ging nach Mexiko. Dort war es günstiger und ich konnte zusätzliche 3 Monate bleiben, bis ich wirklich kein Geld mehr hatte.

Dann fuhr ich in Tijuana über die Grenze und fuhr dann Richtung New York. Dann kaufte ich ein Ticket von New York nach Amsterdam. Dann machte ich Autostop, weil ich kein Geld mehr hatte. Dann wurde ich von der Polizei angehalten, sie haben mich durchsucht. Ich musste meinen Schweizerpass zeigen und erzählte ihnen, was ich alles gemacht hatte. Sie führten mich dann sogar noch auf den Flughafen.

CM: Nicht in Handschellen, wohl verstanden...

MN: Genau. Ich flog dann also nach Amsterdam und per Autostop nach Hause. Das dauerte allerdings lange, weil mich niemand mitnehmen wollte. Ich war braun gebrannt, hatte lange Haare. Am Schluss nahm mich ein Industrieller mit nach Stuttgart. Und ich erzählte ihm von meiner ganzen Reise. Er fand das super spannend und gab mir dann noch das Geld, damit ich mit dem Zug nach Schaffhausen fahren konnte.

CM: Spannend. Aber der war nicht auch noch verantwortlich für den nächsten Job, den du gefunden hast?

MN: Nein, nein. Das waren dann Zufälle.

CM: Eben, du kamst ohne Plan zurück, jung mit vielen Erfahrungen von der langen Weltreise. Wie ging es dann weiter?

MN: Ich kam nach Hause, spazierte durch die Statt. Einige drehten sich um. Meine Idee war es, dass ich den Sommer noch am Rhein verbringe. Ich bin aufs Arbeitslosenamt und wollte dort noch einen Monat oder so "stempeln" (Anm. der Red: Arbeitslosengeld beantragen). Ich wollte es gemütlich angehen. 

An einem Freitagmittag ging ich aufs Amt. Am Montagmorgen trat ich meine neue Stelle im Kraftwerk Schwyz an. Nach fast 1,5 Jahren reisen... Die suchten dringend Leute. Als ich die Schweiz verliess, waren wir noch in einer Rezession mit relativ hoher Arbeitslosigkeit. Als ich zurückkam, war das Gegenteil der Fall.

So fing ich also im Kraftwerk Schwyz für die Schaffhauser Firma CMC an.

CM: Dann warst du dort und es ging los. Ich habe es angesprochen: Du gingst wieder einmal um die Welt, dieses Mal beruflich. Wie kams denn dazu?

MN: Das war wieder ein Zufall. CMC wollte mich unbedingt behalten. So schickten mich ins Kernkraftwerk Beznau für Revisionsarbeiten an der Steuerung. Dort traf ich während der Pausen Leute von Brown Boveri (BBC), heute ABB. Die schwärmten von ihren Auslandeinsätzen. Dann sagte ich, dass ich da auch Lust drauf hätte und fragte, wo ich mich da melden könne.

Sie gaben mir eine Adresse und ich meldete mich in Oerlikon, bewarb mich und kam dann ran als Auslandmonteur.

CM: Ok, du hast dann in verschiedenen Ländern gearbeitet. Wo warst du da so?

MN: Zuerst war ich im Wallis bei der Satellitenbodenstation Leuk...

CM: ... noch nicht ganz im Ausland...

MN: ... Nein. Dort half ich aus, ging zurück ins Werk und dann bildeten sie mich aus, haben mir Steuerungen etc. erklärt. Dann gings schnell, weil sie plötzlich Leute in Ägypten brauchten.

Ich landete bei der Eastern Tobacco in Kairo. Dort hatte es ein Dieselkraftwerk denn in Kairo gab es immer wieder Netzausfälle. Die Verluste für Eastern Tobacco waren sehr hoch und so hatten sie sich entschlossen, ein Dieselkraftwerk zu bauen. Ich montierte dort die Anlagen während 6 Monaten.

Dann kam ich nach Hause und es ging Schlag auf Schlag, nachdem ich mich in Ägypten bewährt hatte. Als junger Mann war ich oft im Nahen Osten im Einsatz. Saudi-Arabien, dort war ich 2 mal ein halbes Jahr. Dann noch in Libyen, 1000km südlich von Tripolis, wo ich ich eine Wasseranlage in Betrieb nahm. Dann kamen noch Kuwait und der Irak dazu.

Dazwischen machte ich interne Ausbildungen als Chefmonteur. Ich bekam dann immer mehr Jobs in unterschiedlichen Ländern.

CM: Wie ist das in diesen Ländern? Erlebst du da auch was und siehst etwas von der Kultur und schläft und arbeitet man da nur?

MN: Das hängt davon ab, wo man ist. In Saudi-Arabien waren wir mitten in der Wüste. Alle zwei Wochen fuhren wir in eine Oase oder ans Meer. Ich habe schon ein bisschen was mitbekommen, da wir ja auch mit Einheimischen zu tun hatten. Aber man arbeitet natürlich auch mit sehr vielen Ausländern, die auch dort arbeiten.

Es war eine sehr spannende aber auch sehr harte Zeit. In Saudi-Arabien hatten wir im Sommer 50°C, Sandstürme usw. So kamen wir physisch und psychisch schon an unsere Grenzen.

CM: Wie hast du solche Situationen gehandhabt?

MN: Anscheinend bin ich geboren dafür. Mir machte das sehr wenig aus. Nach meinen internen Schulungen übernahm ich dann die ersten Projektleitungen im Ausland. Mir hat es immer gefallen, auch unter Extrembedingungen zu arbeiten. Ich hatte immer einen guten Draht zu den Einheimischen und konnte die Projekte erfolgreich umsetzen. Das wusste man zu Hause und darum erhielt ich immer wieder Aufträge. Ich wurde schon angefragt, bevor ich den aktuellen Job abgeschlossen hatte. 

Mein Ziel war ganz klar Asien oder Südamerika. Bessere, resp. spannendere Länder. Und das ist ja dann auch passiert.

CM: Hattest du denn immer einen Plan, wo du hinwolltest oder liessest du dich einfach treiben?

MN: Nein, ich liess mich treiben. Auf meiner Reise war ich ja lange in Asien und wollte immer dort arbeiten. Das war schon ein Plan. Aber dazu braucht es ja immer Projekte und man muss immer im richtigen Moment am richtigen Ort sein. Das ist vielleicht in Tip: Du musst dein Leben lang die Antennen ausgefahren haben. Wenn du beispielsweise in Saudi-Arabien bist, musst du dich dafür interessieren, was zu Hause läuft. Du musst dich nach neuen Leuten informieren, neuen Projekte, wie hat sich die Abteilung verändert usw.

CM: Du hast also nicht zwingend geplant, sondern du warst offen.

MN: Genau.

CM: Heute bist du Chef. Wie fliessen da deine vielen Erfahrungen einerseits in Projekte und andererseits in die Führung der Mitarbeitenden ein?

MN: Es braucht verschiedene Sachen. Ich muss noch einmal ein bisschen zurückgehen. Ich war ja auch auf Montage lange Projektleiter und merkte, dass mir etwas fehlte. So studierte ich nachträglich 3 Jahre lang berufsbegleitend Energietechnik. Während den Ferien machte ich weiterhin Inbetriebsetzungen. So blieb ich am Puls, was wichtig war. Das hat insofern nicht immer reibungslos funktioniert, weil es nie reichte, fertig zu sein, bis die Semesterferien fertig waren. Das brachte mich wirklich an die Grenzen und ich hatte grosse Problem. Auch die Schule hatte keine Freude, wenn ich zwei Wochen zu spät zurück kam.

Ich machte also dieses Studium und wurde in der ABB befördert. Entsprechend bekam ich dann auch bessere Jobs. Ich führte die Inbetriebsetzungsgruppe und leitete eine Abteilung. Ich war 1 Jahr in Südamerika und führte am Schluss einen Bereich.

Irgendwann war dann Schluss mit reisen. Wir gründeten eine Familie und mir war klar, dass ich einen Job zu Hause suchen wollte. Ich konnte dann zwischen 3 Angeboten wählen: Ich hätte für eine französische Firma eine Branch in Singapur aufbauen können, für die ABB im Raum Zürich arbeiten oder aber eben beim EKS.

Ich entschied mich dann fürs EKS. Das war dann natürlich ein sehr grosser Unterschied, ein grosser Wechsel.

CM: Wiese hast du dich fürs EKS entschieden? Von aussen klingt das langweiliger als für eine ABB oder in Singapur etwas aufzubauen.

MN: Das sagten mir auch meine Kollegen: Wie kannst du nur von solchen Jobs in einen solch verstaubten Betrieb? Aber ich wollte mich auf unserer Familie konzentrieren und zu Hause sein.

Ich hatte gesehen, dass Mitarbeiter von mir den Absprung nicht geschafft hatten. Auf Montage ist natürlich viel Adrenalin drin, man ist weltweit unterwegs und es ist spannend, man hat ein gewisses Image usw. Den Absprung zu schaffen ist schwierig. Sie reisten weiter, hatten zu Hause aber Familie. Die Kinder sahen ihren Vater nie und es gab riesige Probleme. Das hatte ich als Chef natürlich miterlebt. Und das wollte ich nicht. Darum machte ich diesen Schnitt.

Den bereue ich bis heute nicht. Nach 20, 30 mal Hong Kong hat man das auch gesehen. Und darum entschloss ich, beim EKS anzufangen.

CM: Verständliche. Beim EKS fingst du natürlich nicht in der Geschäftsleitung an, aber ich nehme an, du hast schon etwas geleitet.

MN: Genau. Ich wurde als Leiter Planung von Trafostationen und Anlagen eingestellt. Ich hatte ein kleines Team und startete meine Karriere beim EKS. Alles paar Jahre konnte ich etwas anderes machen und schaffte es so bis in die Geschäftsleitung. Noch vorher hatte ich noch ein Nachdiplomstudium in Wirtschaft gemacht. In Führungspositionen sollte man ja auch in betriebswirtschaftlichen Bereichen mitreden können.

Weiterbildung ist sehr wichtig, wie auch die Offenheit für Neues. Ich wollte immer nach 5, 6 Jahren den Job wechseln. Ich hätte mir auch vorstellen können, für eine andere Firma zu arbeiten. Aber EKS hat mir immer wieder neue Perspektiven aufgezeigt und darum bin ich auch bis heute dort. Nächstes Jahr sind es bereits 25 Jahre. Diese Zeit ging extrem schnell vorbei. Aktuell ist die Energiebranche extrem spannend und es ist sehr viel gelaufen, nachdem während Jahrzehnten alles wie ein ruhiger Fluss dahinfloss.

CM: Jetzt nimmt es mich noch Wunder: Du bist Leiter Netze und führst Mitarbeitende. Wie beschreibst du deinen Führungsstil und dein Verständnis von Leadership?

MN: Ich bin ein Teamplayer. Mir ist es wichtig, dass man im Team Entscheidungen trifft. Der Nachteil daran ist, dass man meistens einen Loop mehr macht, man mehr Zeit braucht. Der Vorteil ist aber natürlich, dass alle Leute hinter dir stehen, wenn sie mitentschieden haben.

Ich selber arbeite nach dem sogenannten Pareto-Prinzip, also 80/20. Ich versuche, wenn es geht, meine Arbeiten zu 100% zu erfüllen, aber meistens reicht die Zeit nicht. Für die letzten 20% braucht man meistens 80% der Zeit. Diese Tatsache beschreibt ja das Pareto Prinzip. Und in einer Führungsposition muss man wirklich gut überlegen, ob sich die 20% noch lohnen. Denn sonst kommt man nirgendwo hin.

CM: Gibst du das auch so weiter? Respektive, bist du mit 80% der Aufgabenerfüllung zufrieden?

MN: Das ist eine super gute Frage. Das muss man individuell anschauen. Wenn beispielsweise ein Datenmanager nur 80% Perfektion in seinen Datenbanken hat, ist das ein riesiges Problem. Es hängt also immer vom Job an. In Führungspositionen hat man aber so viele Themen parallel laufen, dass man gar nicht alles immer zur 100% machen kann. Man muss einfach Vertrauen in die Leute haben. Man muss auch delegieren können.

Bei einigen Jobs ist es richtig und wichtig, dass nicht alles perfekt ist, und man muss das Pareto Prinzip pushen. Bei anderen natürlich nicht. 

CM: Wenn jetzt du Mitarbeitende hast, die reisen oder im Ausland arbeiten wollen. Wie handhabst du das?

MN: Wenn es irgendwie geht, unterstütze ich solche Leute. Sie können auch unbezahlten Urlaub machen. Eines möchte ich noch betonen: Meine Reise und Auslandeinsätze bilden meinen Rucksack. In all die Jahre, die ich im Ausland verbracht und mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gearbeitet habe, habe ich wahnsinnig viel profitiert. Und das setze ich auch heute noch ein, wenn es darum geht, wie ich mit Menschen umgehe. Jede Kultur hat ihre Vor- und Nachteile und ich versuche, das beste jeweils herauszunehmen. Ich bin also glücklich, wenn meine Mitarbeitende reisen oder im Ausland arbeiten wollen.

Wir unterstützen auch Aus- und Weiterbildungen, ich schaue, dass meine Leute offen sind und ihren Marktwert steigern können und wettbewerbsfähig bleiben. Es ist wichtig, dass die Leute, die von uns zu anderen Mitarbeitenden wechseln, gut sind und auch gut von uns reden.

CM: Eben, fürs Image als Arbeitgeber.

MN: Ja, genau. Ich bin auch bemüht, dass junge Mitarbeitende Leitungspositionen bekleiden können. Das mache ich übrigens auch sehr gerne mit Frauen. Ich wäre froh, wenn wir viel mehr Frauen hätten. Ich bin Fan von Frauen, weil sie auch andere Ideen bringen und bin bemüht, meinen ganzen Erfahrungsschatz von all diesen Jahrzehnten weiter zu geben.

Nicht in dem Sinn, dass das, was ich sage, richtig ist, sondern als Tip und Idee. Ich merke, dass viele Mitarbeitende, auch leitende, fragen, wie ihc etwas machen würde. So verteile ich auch die Arbeiten. Sie sollen zuerst schauen und wenn sie Fragen haben, sollen sie bereits eine Idee formuliere und dann kommen. Dieser stimme ich dann zu oder formuliere gegebenenfalls einen Tip.

Bei Fragen sollen sie bereits mit einem Lösungsansatz kommen. Ich versuche auch, gewisse Werte mitzugeben. Als Chef muss man halt vor allem dann auf der Matte stehen, wenn es unangenehm wird. Chef sein kann jeder, wenn es läuft. Aber jetzt, in einer solchen Lage mit Corona und Strommangellage, in welcher wir gefordert werden, muss man als Chef einfach auf der Matte stehen. Das mal ein Punkt. Der andere Punkt ist, dass man gerne Menschen haben muss, wenn man in einer Führungsposition ist. Man muss die Menschen wertschätzen und mitnehmen, sie gleichwertig und nicht von oben herab behandeln.

Es geht darum, im Team zu arbeiten. So erreicht man auch sehr gute Resultate.

CM: Interessant. Wir kommen bereits zum Schluss. Wenn jemand kommt, nehmen wir einen jungen Menschen, der seine Karriere, sein Leben plant.

MN: Etwas vom Wichtigsten ist es, Menschen gern zu haben, sich selber aber nicht zu wichtig zu nehmen. Zuhören finde ich wichtig, auch wenn man weg ist, auf Reisen, sollte man die Augen offen halten und zuhören. Am Leben partizipieren ist sehr wichtig, man muss dabei sein, andere und fremde Kulturen respektieren und viel davon lernen. Oft haben sie andere Ansichten und wenn man sich auf die einlässt, findet man vielleicht etwas, das auch zu einem passt.

CM: Markus, vielen Dank für den Einblick in dein Leben und Arbeiten.


Spannend, was man so alles erleben kann. Wichtig scheint mir, dass man sich bewusst ist, dass alles, was wir erleben, uns zu dem Menschen macht, den wir sind. Wenn du das Gefühl hast, dass ich dich dabei unterstützen kann, dich so zu präsentieren wie du bist, freue ich mich, wenn du mich kontaktierst.


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