029 - Einmal offline bitte

Podcast

Ich hoffe, Du bist wieder gut gestartet nach der Sommerpause. Zusammen mit meiner Frau habe ich einen nutzen Survivalkurs besucht. Und dieser hat nachhaltig Spuren hinterlassen, von denen ich Dir heute erzähle. Falls Du den Podcast nicht hören kannst, hast du die Möglichkeit, ihn weiter unten nachzulesen.

Die Spuren sind nicht physischer Natur, das heisst, ich bin wohlbehalten zurückgekehrt. Glücklich, aber müde. Müde einerseits vom ungewohnten Leben aber vor allem auch von meiner Nacht in der sogenannten Astwerkhütte.

Nein, es war einmal mehr höchst interessant zu sehen, wie wir unter einfachen Bedingungen auch plötzlich mit viel weniger Komfort auskommen. Dies nimmt extrem viel Druck weg, der in unserer Gesellschaft aufgebaut wird.

Vor dem Kurs war bei mir sehr viel los und meine Frau wurde mehr oder weniger direkt von der Damenfussball-EM in England in die Steinzeit zurückversetzt. Vor den Ferien ging es um Leistung, Effizienz und liefen vor Resultaten. Und gerne möglichst schnell.

Als wir dann da im Wald unseren Lehrer und die anderen Kursteilnehmenden trafen, wurde es auf ein Schlag langsamer. Und weisst Du was? Diese abrupte Tempoänderung führte nicht zu einem Schock, sondern fühlte sich ganz normal an.

Leisten mussten wir immer noch: Wasser von der Quelle holen, Kochen, Theorie mit Praxis verbinden, Hütte bauen usw. Leistungen wie Wasser holen und filtern sowie kochen waren sogar essentiell. Aber das Tempo war gemächlicher. Natürlicher. Innert kürzester Zeit waren die Gedanken an den Alltag weit weg.

Und 15 Liter Quellwasser aus einem Kessel mit einem Feldflaschenbecher in ein Wasserfiltersack zu schöpfen war überraschenderweise nicht langweilig.

Als wir uns trafen, waren alle Teilnehmenden schwer beladen. Ein Rucksack für 4 Tage reichte niemandem, vor allem nicht mit den Nahrungsmitteln, die wir gemäss Packliste dabei hatten. Im Kurs lernten wir dann verschiedene Materialien, die wir in der Natur finden konnten, zu nutzen und damit moderne Ausrüstungs­gegenstände zu ersetzen.

Wichtig, bevor der Eindruck aufkommt: weder der Kursleiter noch ich sind der Meinung, dass man alles selber machen & sammeln muss und ja keine moderne Ausrüstung nutzen darf. Im Gegenteil. Ohne Wasserfilter oder Kocher hätten wir alt ausgesehen. Und Messer oder Feuerzeug sind sehr hilfreich. Allerdings war es spannend zu sehen, wie viel man in der Natur findet, das, man sehr gut einsetzen kann. Ebenso, zu erfahren, wie wir normalerweise Dinge wie Kohle oder Asche wegwerfen, die man aber sehr gut weiter verwenden kann. So eignet sich Asche beispielsweise für den Abwasch und ist erstens günstiger und wahrscheinlich umweltfreundlicher als gekaufte biologisch abbaubare Seife. Zudem muss man so bereits ein Produkt weniger schleppen. Und die Liste von "überflüssigen" Produkten wird länger und das Gepäck ent­sprechend leichter.

Du fragst Dich jetzt vielleicht, was das mit diesem Podcast zu tun hat. Ich denke, dass wir diesen Ansatz aufnehmen können in den Alltag: brauchen wir für alles und jedes etwas Separates oder können wir gewisse Gegenstände nicht für verschiedene Zwecke nutzen. So wird nicht nur der Rucksack sondern and unser Leben leichter.

Wenn... dann... habe ich oft gehört und bemerkt in diesen vier Tagen. Jede Handlung von uns aber auch jedes Vorkommnis in der Natur zieht ein Konsequenz nach sich. Regnet es, kann es sein, dass der Regen mehr Erde löst bei der Quelle. Das verschmutzte Wasser verstopft den Filter und wir brauchen mehr Zeit, um an Trinkwasser zu kommen. Alles hing & hängt zusammen. Und wenn man so eingebettet in die Natur ist, spürt man viel mehr als in der Zivilisation, dass auch wir in dieses Netz eingebettet sind. Und zwar nicht nur in der Natur, sondern auch in der Zivilisation. Es war spannend und eindrücklich, das wieder einmal vor Augen geführt zu bekommen.

Vielleicht bin ich ein bisschen abgedriftet in dieser Episode. Sorry dafür. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir als Unternehmerin, als Arbeitnehmer, ja als Mensch von solchen Erfolgen profitieren. Nichts von dem, was wir machen , ist in Stein gemeisselt. Ein bisschen Abstand reicht oft schon aus, alles zu relativieren und die Perspektive neu zu justieren. Wo und wie Du diesen Abstand gewinnst, kann ich Dir nicht raten, das weisst Du ja selber am besten. Ich kann Dir nur empfehlen, mal abzuschalten und dem Perspektivenwechsel eine Chance zugeben. Dazu braucht kein "Überlebenstraining", regel­mässig ein paar Stunden oder eine Stunde offline zu gehen, hilft bereits.

Wenn Du dann wieder online bist und denkst, dass ich Dich nach oder beim Perspektivenwechsel unterstützen kann, dann freue ich mich auf Deine Kontaktaufnahme

Worum es in der nächsten Episode geht, erfährst Du in zwei Wochen. Bis dahin wünsche ich Dir eine gute Zeit mit Gelegenheiten, mal abzuschalten. Bis dann und tschüss.

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