026 - Unterwegs in Sachen Fotografie

Podcast

Alain Rohner hat mehrere Leiden­schaften. Einer davon, der Landschaftsfotografie, widmet er praktisch alle seine Ferienwochen. Vor zwei Wochen kam er zurück aus Norwegen, genauer gesagt von den Lofoten und erzählt uns von seiner Leidenschaft. Falls Du Dir den Podcast nicht anhören kannst, kannst Du ihn unten sinngemäss nachlesen. Ebenfalls findest Du hier die Fotos, über die Alain spricht. Die Titel stehen rechts unterhalb der Bilder.

Charaktermenschen (CM): Alain, herzlich willkommen. Weisst Du, seit wann Du fotografierend unterwegs bist?

Alain Rohner (AR): Puuh... Durch die Welt seit 2003, als ich mit einem Chorkollegen in die USA reiste. Da musste eine Kamera her. Damals fotografierte ich noch in JPEG und die Bilder waren ca. 1 Megabyte gross. Wenn ich mir die Bilder heute anschaue, hat jedes Bild mindestens einen Fehler: schräg, abgeschnitten, kein Inhalt usw. Es ist wie bei allem: Aller Anfang ist schwer und holprig. Die Reise selber war aber spannend und sehr streng, da wir sehr viele Kilometer gemacht haben. Das ist heute komplett anders.

CM: Bevor wir dazu kommen: Wie bist Du überhaupt zum Fotografieren gekommen?

AR: Ich fotografierte schon vorher für die Jungwacht und andere Vereine. Da erstellten wir Fotos von Anlässen und verwendeten sie für Diashows. Da wuchs die Motivation, selber auch einen Beitrag zu diesen Dia-Abenden zu leisten. So kam ich dazu.

CM: Weisst Du, an wie vielen Orten Du schon warst?

AR: Gebiete und Regionen sind es ca. 24 Stück.

CM: Was sind bei Dir Gebiete und Regionen?

AR: Einerseits Städte und spezifische Gebiete innerhalb von Ländern. Ich war schon ein paar Mal in Norwegen, aber nie in ganz Norwegen sondern auf den Lofoten und auf Senja. Das liegt ziemlich weit im Norden, über dem 68 Breitengrad und dort hat man den Vorteil, dass es einerseits die Mitternachtssonne gibt und die Nordlichter. Dieses Lichtschauspiel wollte ich unbedingt mal selber erleben. Es blieb dann nicht beim einen Mal. Mittlerweile war ich bereits sieben Mal auf den Lofoten und sieben Mal auf Island. Und die nächsten Reisen stehen bevor.

CM: Du gehst immer wieder an dieselben Orte. Viele Leute gehen ja an so viele Orte wie möglich, um möglichst viel zu sehen. Du beschränkst Dich da. Wieso machst Du das so?

AR: Erstens, weil mir diese Orte extrem gut gefallen. Ein weiterer Grund ist, dass ich nie alles gesehen habe und mehr sehen möchte. Die Vertrautheit, wenn man wieder an denselben Ort geht, finde ich schön. Das ist ja nicht nur bei mir so. Herr und Frau Schweizer gehen oft immer an denselben Ort in die Skiferien und nutzen dieselben Skipisten, da sie so wissen, worauf sie sich einlassen und entspannt die Ferien geniessen können.

Ich habe nie alles gesehen. Darum gehe ich mehrere Mal an dieselben Orte.

CM: Wenn Du nun die Fotos von Deiner ersten Reise auf die Lofoten mit denen der letzten Reise vergleichst, werden die Bilder anders? Einerseits wahrscheinlich besser, weil Du ja immer dazu lernst, aber andererseits auch vom Blickwinkel her? Anders herum: hilft Dir die Vertrautheit, bessere/andere Fotos zu machen?

AR: Ja schon. Man sagt ja, dass man die ersten 10'000 Fotos, welche man im Leben macht, wegschmeissen kann. Das Auge wird mit der Zeit schon sehr geschult durchs Fotografieren, man gewinnt auch Vorlieben für gewisse Motive. Zusätzlich können die sozialen Medien inspirieren und man versucht, das beste aus den Reisen herauszuholen. Man eifert den "grossen" FotografInnen nach und versucht sein Glück an den Hotspots der jeweiligen Destination.

CM: Was ist denn für Dich die Fotografie? Du sagst, Du lässt dich inspirieren. Man könnte sich ja auch einschüchtern lassen von den sozialen Medien. Man sieht die "Grossen" und denkt: Das schaffe ich nie... Was ist Dein Verständnis von Fotografie?

AR: Bei mir ist es nicht nur die Fotografie. Bei mir ist es alles: Die Vorbereitung, das Herausfinden, wo wurde dieses Foto aufgenommen, zu welcher Jahreszeit, was muss ich berücksichtigen? Dann sucht man diesen Spot auf Google Maps oder anderen Karten. Wenn der Spot gefunden ist, geht es weiter: Wie komme ich dahin? Brauche ich ein Auto, wo kann ich parkieren? Wie lange dauert der Weg zum Spot, gibt es eine Wegbeschreibung usw.

Wenn man dann mal im Land ist, ist die Reise immer ein Ereignis. Man weiss ja nie, was einen wirklich erwartet am Spot. Ist es wirklich so, wie auf dem Bild oder wurde etwas gar viel retuschiert. Für mich ist es der gesamte Prozess von der Idee, ein Bild zu schiessen bis zur Realisierung und dem Moment, in welchem man das Bild auf dem Display sieht, der mich in den Bann zieht.

CM: Wie gross ist denn das Frustpotential? Nicht zwingend, weil Du das Bild nicht hinbekommst, sondern weil beispielsweise das Wetter nicht mitspielt? Bist Du noch frustriert oder nimmst Du es gelassen?

AR: Mittlerweile nehme ich es gelassen. Es gibt wenige Wanderungen, die ich abbrechen musste, weil ich merkte, dass ich keine Kraft mehr hatte. Das kommt vor. Einmal hatte ich eine Wanderung mit 1000 Höhenmetern vor mir nach einem anstrengenden Vortag. Nach 800 Höhenmetern merkte ich, dass ich an diesem Tag nicht mehr auf den Gipfel kommen würde. Ich brach ab, kehrte zurück und genoss den restlichen Tag. Den Berg habe ich mir gemerkt und werde auch zurückkehren.

Die ersten 10'000 Fotos seiner Karriere kann man wegschmeissen. Die braucht man zum Lernen.

Wenn es wegen des Wetters nicht klappt, dann ist das so. Da muss man realistisch sein, auch wenn es natürlich weh tut. Als ich zum Beispiel in Grönland war, gab es schon einige Orte, an welchen ich mir besseres Wetter gewünscht hätte. Einfach, weil man aus finanziellen Gründen nicht jedes Jahr nach Grönland reisen kann. In unsere Nachbarländer kann man einfacher wieder hinreisen. So nutze ich bei schlechtem Wetter die Zeit einfach anders, um Bilder zu bearbeiten oder einfach zu geniessen. Das muss auch sein zwischendurch.

CM: Du hast einige Bilder mitgebracht, lass uns die mal anschauen. Beginnen wir mal mit dem Bild vom Creux-du-Van in der Schweiz. Wieso hast Du dieses Bild ausgesucht?

Schweiz Creux du van, c. Alain Rohner

Schweiz, Creux-du-Van


AR: Das war einer meiner ersten Fotoausflüge in der Schweiz. Wir waren zu viert unterwegs und fuhren mit dem Auto hoch. Also ziemlich faul und bequem, es gäbe ja noch den Wanderweg... Wir waren ziemlich anfängerhaft unterwegs und wollten nicht viel Laufen und Tragen.

Das Foto entstand beim Sonnenaufgang. Ich war der einzige, der aufstand. Die anderen wollten noch etwas ausschlafen und sagten, sie kämen später, dann sei es sicher auch noch schön.

So war ich also alleine und erlebte einen perfekten Sonnenaufgang. Ich installierte die Kamera und fotografierte offenbar ein "Der Baum-Bild": Ich kannte diesen Baum und die Bilder davon nicht, aber offenbar ist das ein Baum, der schon von allen möglichen Seiten und zu allen möglichen Zeiten fotografiert wurde. Dies erfuhr ich, als ich das Bild dann in den sozialen Medien postete und viele Kommentare erhielt, dass ich auch "beim Baum" war...

CM: Wie war das beim nächsten Bild? Gibts da auch so viele Bilder davon?

Lofoten Veinstinden, c. Alain Rohner

Lofoten - Veinstinden


AR: Nein, das ist eher ein Geheimtipp. Der Weg dorthin ist ziemlich lange. Es ist ein 14-Stunden Trip. Der Weg führte zuerst über Stock und Stein und durch Gebüsch. Innerhalb von zwei Stunden legte ich ca. 1.5 Kilometer zurück. Das war meinen Nerven nicht sehr zukömmlich. Nach dieser Strecke wollte ich wirklich umkehren, aber zum Glück wurde es dann flacher und das Gebüsch hörte auf. Ich musste dann nur noch den Hang hoch, über ein paar Wasserfälle hinweg und über einen zwei Meter breiten Fluss. Der war dann das nächste Hindernis. Ich überwand diesen, indem ich einen grossen Stein suchte und aus 200 Metern Entfernung hinschleppte und ihn dann in den Fluss warf. So konnte ich den Fluss mit meinem rund 15 Kilo schweren Rucksack überqueren.

Als ich dann oben ankam, da verschlug es mir ziemlich die Sprache. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich und ich bekomme sogar jetzt noch Gänsehaut. Wenn man zur Kante hinlief und die Fjorde sich plötzlich öffneten und die Mitternachtssonne perfekt da stand, war das wirklich der perfekte Ort und Zeitpunkt.

CM: Warst Du da alleine?

AR: Ja, da war ich alleine. Auf der Rückreise traf ich nur eine Person, welche aber eine andere Wanderung machte.

CM: Wie ist eigentlich das? Geniesst Du diese Momente allein oder denkst Du manchmal, es wäre schön, das mit jemandem zu teilen?

AR: Meine Fotoreisen sind oft zu zweit, weil man sich beim Fahren abwechseln und Kosten teilen kann. Es gibt aber auch Reisen wie im jetzt Mai, die sehr spontan entstehen. Da entschied ich mich drei Wochen vorher, dass ich gehe. Und dann ist es schwierig, so kurzfristig jemanden zu finden.

Am Spot selber habe ich es aber doch gerne etwas ruhiger, damit ich die Stimmung auch aufnehmen und geniessen kann. Auch wenn wir zu zweit sind, reden wir nicht extrem viel miteinander. Natürlich gibt es eine Umarmung, wenn wir nach einer strengen Wanderung oben sind und das Licht stimmt. Aber wenn es ums Fotografieren geht, macht jeder seine Fotos. 

Dann bittet man höchstens, den anderen aus dem Bild zu gehen, aber es ist eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre.

CM: Ich gehe mal davon aus, dass es beim nächsten Bild - "Nordlichtgestalt" - auch eher einsam war und vor allem kalt.

Lofoten Nordlichtgestalt, c. A. Rohner

Lofoten - Nordlichtgestalt


AR: Es war ein bisschen kühl. Das war auf dem Schiff von Tromsø auf die Lofoten. In dieser Nacht war ein KP 4 oder 5. Das ist die Angabe über die Stärke des Sonnensturms, der auf die Erde treffen wird. Das ist sehr hoch. Das Maximum auf Erden gemessen ist KP 7. KP 5 kommt vielleicht zweimal im Jahr vor und das war eine dieser Nächte. Wir fuhren los und als es eindunkelte ging das Schauspiel los. Der Himmel leuchtet 360° um und über uns, überall waren grüne Linien.

Ich hatte damals noch keine Erfahrung in Videografie und hatte ein schlechtes Handy. So konnte ich das nicht filmen. Aber ich hatte meine Kamera dabei und so richtete ich mein Weitwinkelobjektiv auf alles, was irgendwie grün aussah. Plötzlich bemerkte ich, dass über uns die Nordlichter besonders hell waren. Ich richtete die Kamera direkt nach oben und belichtete ca. 10 Sekunden lang. Heraus kam dann dieses Bild. Das ist ein absoluter Glücksfall. Hätte ich 5 Sekunden später ausgelöst, wäre ein ganz anderes Bild entstanden.

CM: Genau, das ist noch wichtig: Die Lichter sind ja nicht statisch, sondern bewegen sich. Und dadurch, dass du länger belichtest, bewegt sich das Licht durchs Bild. Und herausgekommen ist dann diese Gestalt.

AR: Genau. Das ist wirklich Glücksache. Es gibt einige Bilder, auf denen die Lichter wie Engel aussehen oder sonstige Kreaturen, aber das sind wirklich Einzel- und Glücksfälle. Das gibts nicht so oft.

CM: Sehr schön. Dann machen wir einen Schritt ins "Landschaftsfotografie-Mekka", nach Island. Ich versuche gar nicht erst, den Namen auszusprechen. Auf alle Fälle hat es viele Wasserfälle, türkisfarbenes Wasser und sonst ist es einfach karg, aber beindruckend.

Island Sig ldugljufur, c. A. Rohner

Island Sig ldugljufur


AR: Genau, das ist ein Tal in Island, welches nicht so bekannt ist. Eigentlich ist der Canyon nur unter den Hobbyfotografen und Islandfreunden ein Begriff. Dorthin kommt man wirklich nur mit einem grossen Geländefahrzeug. Wir hörten von diesem Canyon, suchten und fanden ihn auf der Karte und fanden, dass wir dorthin müssen. Gesagt, getan. Wir fuhren diesen mühsamen Weg, aber der hat sich gelohnt, wie man am Bild erkennt. Wir verbrachten sicherlich zwei Stunden vor Ort und verwendeten alle Objektive, die wir dabei hatten und flogen mit den Drohnen. Ich glaube, wir liessen keine Perspektive aus...

CM: Wenn man das Bild jetzt so anschaut, sieht es bearbeitet aus. Wie viel ist effektiv natürlich und was veränderst Du an Deinen Bildern?

AR: Das Blau war nicht so blau. Das ist ein grosser Unterschied. Aber da darf man ein bisschen nachhelfen.

CM: Absolut. Du nimmst Dir die Freiheit also durchaus raus, etwas nachzuhelfen, so dass es Dir am Schluss gefällt?

AR: Genau. Wie soll ich das erklären? An den Farben kann man ziemlich viel herumschrauben. In Island ist es so, dass es Tage gibt, an welchen die Flüsse eher braun sind. Wenn im Hochland Regen fällt, dann wird das Sediment mitgeschwemmt und die Flüsse färben sich braun oder beige. Aber wenn lange kein Regen fällt, dann fallen die Flüsse wirklich in den Ursprungszustand, also das schöne Blau, zurück. Das ist vor allem im Winter der Fall. Wenn die Flüsse also blau sein könnten, finde ich, dass ich sie auch blau färben darf.

CM: Eben, die Farbe ist nicht unrealistisch, die gibt es so, einfach nicht an diesem Tag, als ihr dort wart.

AR: Genau.

CM: Kehren wir zurück in die Schweiz, da haben wir auch noch zwei Bilder. Das eine "Wintercamping am Glaubenberg" mit der Milchstrasse. Ich nehme an, da war es auch wieder etwas kühler. Wie erstellst Du solche Fotos, resp, wie bist Du da ausgerüstet?

Schweiz Glaubenberg, c. A. Rohner

Schweiz, Glaubenberg


AR: Ich trage Wärmesocken und -handschuhe, da es ziemlich kalt war. Und da ich des Öfteren in der Kälte bin, leistete ich mir diese Ausrüstungsgegenstände. Wir suchten uns eine schöne Stelle auf dem Berg. Die beiden Zelte beleuchteten wir mit Taschenlampen von innen, damit sie im Bild auch auffallen.

Dann ging es an die Langzeitaufnahmen. Wir positionierten die Kameras und machten Panoramaaufnahmen. Dieses Bild von der Milchstrasse besteht aus sieben bis acht Bildern. Wir korrigierten dann am Computer die Farben und Helligkeit der Milchstrasse. Da das Bild zusammengesetzt ist, sieht man die Milchstrasse als Bogen. In der Natur sehen wir die Milchstrasse normalerweise ziemlich gerade.

CM: Wenn ihr da losgeht, dann ist ja die Fotoausrüstung nur der eine Teil der Ausrüstung. Wie viel schleppt ihr da mit?

AR: Schon einiges. Teilweise brauchen wir Schneeschuhe, dann brauchen wir das Zelt, Kocher, Gas, Verpflegen. Da ist man bald mal auf 15-20 Kilogramm. Das ist viel zu tragen, aber der Aufwand lohnt sich meistens. Was auch zählt, ist das Erlebnis mit den Freunden zusammen. Man steht gemeinsam dort oben, friert gemeinsam und feiert auch gemeinsam, wenn man weiss, dass ein Bild gut geworden ist. Für mich zählt das Gesamtpaket.

CM: Wie machst Du das mit der Kameraausrüstung? Reduzierst Du da auch oder muss einfach alles mit, was Du hast?

AR: Es gibt immer so ein Minimumpaket, das mit muss, aber das ist auch schon 10 Kilogramm schwer... Ich trage lieber, als dass ich etwas zurücklasse und mich dann ärgere, "hätte ich doch nur das und das auch dabei..." Ich bin noch genug fit und mag das. Mein Rücken, Füsse, Knie und Hüften haben sich noch nicht gemeldet. Also kann ich so noch weitermachen.

Natürlich wird es mit den spiegellosen Kameras, die beträchtlich leichter sind als die Spiegelreflexkameras, sowie den entsprechenden Objektiven, angenehmer. Den Wechsel habe ich allerdings noch nicht vollzogen, aber der kommt, früher oder später. Dann bin ich sicherlich auch froh, wenn ich weniger tragen muss.

CM: Verständlich. Dann kommen wir zum letzten Bild. Das finde ich genial. Es entstand im Alpstein. War es Zufall, dass da noch dieser Gleitschirm durchs Bild flog oder fand da ein Wettkampf statt?

Schweiz Alpstein

Schweiz, Alpstein


AR: Das war wirklich reiner Zufall. Der Wettkampf fand eher zwischen dem Nebel und mir statt. Der Nebel kam an diesem Abend und ging, wie es ihm beliebte. Teilweise war es so klar, dass das Bild zu langweilig wurde, teilweise war er so dicht, dass nur eine weisse Wand da war und einige Bergspitzen herausschauten. 

Plötzlich realisierte ich, dass über mir ein Gleitschirmpilot seine Kreise zog. Von diesem Moment an konzentrierte ich mich ziemlich darauf und hoffte, dass er in den von mir gewünschten Bildabschnitt flog. Das tat er dann glücklicherweise auch. Der Nebel tat genau zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise auch das, was er machen musste: Nur einen Teil des Bildes vernebeln und eine mystische Stimmung einbringen. Also auch dieses Bild ist ein Glückstreffer, den ich dank ein bisschen Umsicht realisieren konnte.

CM: Vielen Dank für diese Bilder. Jetzt habe ich noch zwei Fragen: Was macht für Dich den Reiz aus an der Landschaftsfotografie?

AR: Hm... Ich denke, es ist das Endziel. Wenn man am Ort ankommt, wo man ein Bild schiessen möchte, und dann einfach den Moment geniessen kann. Und dann der Moment, wenn man die Bilder anschauen kann. Es ist wirklich die Reise dorthin, die Planung, das Unternehmen und wenn man mit anderen unterwegs ist, die gemeinsame Freude. Im Nachhinein kann man natürlich wieder über viele Erlebnisse und Bilder sprechen und sich austauschen. Es ist also auch immer ein sehr soziales Erlebnis.

CM: Ich gebe ja immer wieder Fotokurse und werde oft gefragt, welches denn jetzt die beste Ausrüstung sei. Meine Antwort ist jeweils, dass das sehr davon abhängt, was man fotografieren will. Aber wenn jetzt Dich jemand fragt, was man für Landschafts- oder Reisefotografie braucht, um zu starten, was antwortest Du da?

AR: Ich würde mal sagen, zuerst braucht man Inspiration.

CM: Wart mal kurz, bleiben wir zuerst bei der technischen Ausrüstung. Brauchts ein Tele, Weitwinkel, Zoom, Festbrennweite usw.?

AR: Die beste Kamera ist diejenige, die man dabei hat. Wenn jemand nicht gerne Kameras schleppt, dann kauft er sich die Kamera, die in der Hosen- oder Jackentasche Platz hat. Wenn jemand mehr machen möchte, Objektive wechseln, Langzeitaufnahmen erstellen, oder Fotos mit Polfilter, dann kommt er um eine grössere Kamera nicht herum. Das bedeutet dann natürlich auch, dass er Gewicht und Volumen in seinem Gepäck einplanen und mit sich herumtragen muss.

Die beste Marke und das Objektiv, die man kaufen soll, gibt es meiner Meinung nach nicht. Was man sich dann kauft, hängt wohl auch von Freunden oder Youtubern ab, die Empfehlungen abgeben. Aber ich gebe Dir recht, die Ausrüstung hängt effektiv davon ab, was man fotografieren möchte. Es gibt Länder, da ist ein 70-200mm Zoomobjektiv optimal für Landschaftsaufnahmen. Auf den Lofoten kommen viel mehr Weitwinkel und Normalobjektiv zum Einsatz.

CM: Schön, wir sehen das also gleich. Wichtig sind Einsatzgebiet, sowohl geografisch wie auch fotografisch, die schlussendlich entscheiden, welche Ausrüstung optimal ist.

AR: Genau. Will ich ganze Landschaften, verwende ich ein Weitwinkel, will ich Details herauspicken, brauche ich eher ein Tele.

CM: Alain, besten Dank für Deine Erfahrungen und Deine Bilder, die Du mit uns geteilt hast. Weiterhin viel Spass und gut Licht auf Deinen Reisen.

AR: Das wünsche ich Dir auch.

CM: Schön, wenn man seine Leidenschaft so leben kann, nicht? Wenn Du daran interessiert bist, zu erfahren, ob und wie ich mit meiner Leidenschaft Dir und Deiner Firma helfen kam, melde Dich unverbindlich bei mir.

Wenn Du weitere Bilder von Alain sehen möchtest, kannst Du das auf seinem Instagram-Kanal tun.

In zwei Wochen geht es sportlich zu und her mit zwei jungen Menschen, die im Sommer ihre Heimat verlassen, um ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. Ich freue mich, wenn Du dann wieder dabei bist und wünsche Dir eine gute Zeit.

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