008 - Qualität und ihr Preis

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Ich höre immer wieder, dass Qualität heute nicht mehr gefragt sei, laut schreien und sich brüsten reiche. Und oft hat man ja auch das Gefühl, dass dem so ist. Da gelangen unfertige Produkte von gestandenen Firmen auf den Markt, Menschen bewerben sich mit schlechten Portraits auf Jobs und so weiter und so fort. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass Qualität wichtig ist und langfristig auch das richtige Mittel, um sich bekannt zu machen. Meinen Standpunkt erkläre ich wieder anhand von drei Beispielen.

Bewerbungsfotos aus dem Automaten - wirklich?

Als ich noch angestellt war, erhielt ich auf Stellenausschreibungen natürlich viele Bewerbungen. Ich bin zwar bildafin, aber der Meinung, dass ein Foto nicht sehr wichtig sein sollte, wenn es darum geht, jemanden zu einem Gespräch einzuladen. Allerdings sind schlechte Bilder (wie auch etliche Fehler in einer Bewerbung) für mich insofern ein "Ablöscher", als sie meiner Meinung nach etwas über den Charakter und das Interesse an einer Stelle aussagen. Wenn ich etwas wirklich will, dann gebe ich doch mein Bestes, um es zu bekommen. Wenn ein schlecht ausgeleuchtetes oder unscharfes Bild das Beste ist, dann frage ich mich als potentieller Arbeitgeber doch, ob mir diese Qualitätsansprüche reichen.

Qualitätsanspruch zeigen

Dasselbe gilt für Firmen. Die Webseite ist oft der erste Kontaktpunkt zu möglicher Kundschaft. Technisch schlechte Portraits schaffen kein Vertrauen, Bilder von Arbeiten, die schräg, verwackelt oder unscharf daher kommen, werden der Qualität der eigentlichen Arbeit nicht gerecht. Die Chance eines ersten positiven Eindruckes wird so zunichte gemacht. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind GartenbauerIn. Sie investieren viel Zeit in die Planung eines Gartens und noch mehr in die Umsetzung. Nach etlichen Tagen sind Sie fertig und freuen sich. Ihre Kundschaft ist ebenfalls zufrieden. Zur Feier des Tages schiessen Sie einige Fotos mit dem Handy, die auf dem Telefon gut aussehen, in einer Broschüre oder auf grossen, stimmungsvollen gedruckten Fotos nicht mehr so scheinen. Damit wird der eigenen Arbeit nicht genüge getan. Wahrscheinlich wäre es besser, ein Jahr nach der Erstellung des Gartens noch einmal zu kommen und das Werk "richtig" abzulichten, wenn mehr gewachsen ist und es nach mehr aussieht. Und das gross gedruckte Bild hängen Sie dann in Ihre Räumlichkeiten, wo alle BesucherInnen und Mitarbeitenden es sehen und Freude daran haben.

"Aber das ist so teuer"

Ich ernte oft Staunen, wenn man mich fragt, wie viel Bewerbungsfotos kosten (CHF 108.00 inkl. MwSt für 2 Fotos, falls es Sie interessiert). Ja, das ist viel Geld, beinhaltet aber sehr viel Leistung, die ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch aufliste. Allerdings können Sie mit mir sprechen (mit einem Automaten auch, wahrscheinlich einfach ohne Erfolg). Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kosten abzudämpfen (Ratenzahlung, Anzahlung und Rest vom ersten Lohn des neuen Jobs usw). Dasselbe gilt auch für Start-Ups oder kleinere Firmen. Qualität hat ihren Preis und das ist auch richtig so. Allerdings soll meiner Meinung nach Qualität niemanden in den Ruin treiben.

Investieren Sie in sich - es kommt zurück

Beim Automaten bezahlen Sie, damit er Fotos macht. Mit dem Handy bezahlen Sie nichts, erhalten aber weder Feedback noch Unterstützung bei der Auswahl. Bei der Fotografin, dem Fotografen bezahlen Sie normalerweise nach geleisteter Arbeit.

Ich sehe gute Bilder, für Private wie für Firmen, als Investition. Zukünftige Aufträge oder der Lohn des neuen Jobs können Sie als "Return on Investment" verstehen. Zeigen Sie Ihrer Kundschaft, Ihrem nächsten Chef, dass Sie die Sache, sich und auch sie/ihn ernst nehmen. Nur gute Bilder verhelfen Ihnen wahrscheinlich nicht zum nächsten Job oder Auftrag, aber schlechte haben ganz bestimmt einen negativen Einfluss.


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