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Inhalt

I. EinstiegII. Lichttemperatur

I. Einstieg

Gemäss Wikipedia ist Licht "Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Im engeren Sinne sind nur die für das menschliche Auge sichtbaren Anteile des gesamten elektromagnetischen Spektrums gemeint. Im weiteren Sinne werden auch elektromagnetische Wellen kürzerer Wellenlänge (Ultraviolett) und größerer Wellenlänge (Infrarot) dazu gezählt."

Wie im Newsletter angesprochen bin ich kein Physiker und möchte das Thema hier auch nicht abstrakt sondern fotografiebezogen besprechen.

Meiner Meinung nach ist es für die Fotografie hilfreich zu verstehen, folgende Punkte zu kennen und wenn möglich verstehen. Ich beschreibe sie hier so, wie ich sie verstehe und nutze:

  • Lichtquantität und -qualität

    Die Lichtquantität spricht die "Menge" an Licht an. Am Tag gibt es davon mehr als in der Nacht. Ein kleiner Blitz bringt weniger Licht als ein grosser Studioblitz.
    Lichtqualität beschreibt, ob ein Licht hart oder weich ist (s. unten). Lichtqualität hat einen grossen Einfluss auf die Aussage eines Bildes und nicht jedes Licht passt zu jedem Sujet. Wenn Sie eine liebliche Blume fotografieren, dürfte es schöner sein, wenn sie gleichmässig (weich) ausgeleuchtet ist, als wenn sie mit viel Kontrast (hell-dunkel) daher kommt. Hingegen könnte ein Hells-Angel Mitglied wenig erfreut sein, wenn Sie ihn in sphärisches Licht tauchen, während er versucht "hart" rüberzukommen.

  • Dauerlicht

    Natürliches Licht (Sonne, Mond) oder Kunstlicht (Lampen) sind Dauerlichtquellen. Das Licht ist "einfach" da. Es ändert sich im Verlauf des Tages (Sonnenstand) oder kann abgeschaltet werden, grundsätzlich ist es aber vorhanden. Diese Art von Licht gibt vor, wie wir die Kamera einstellen müssen (Blende, Verschlusszeit, ISO), da es das einzige vorhandene Licht ist. Die Verschlusszeit kann beliebig eingestellt und somit Bewegung eingefroren werden.

  • Blitzlicht

    Diese Art von Licht erzeuge ich - wer hätte es gedacht - mit einem oder mehren Blitzen. Dies kann der kleine Blitz auf der Kamera sein, Aufsteckblitze oder Studioblitze. Dieses Licht erzeuge ich künstlich und kann es so einstellen, dass es auf meine Kameraeinstellung passt. Ich kann ausschliesslich Blitzlicht verwenden oder es mit Dauerlicht mischen.
    Jede Kamera hat eine sogenannt Blitzsynchronisationszeit. Dies entspricht der kürzesten Verschlusszeit, die es dem Blitz noch erlaubt, das gesamte Bild zu belichten. Je nach Kamera variiert diese zwischen 1/125s und 1/250s. Wenn Sie auf Ihren Bildern einen wesentlich dünkleren "Balken" sehen, dann haben Sie eine schnellere Verschlusszeit als die Sync-Zeit eingestellt.
    Der Vollständigkeit halber: Es gibt Techniken, die es erlauben, auch mit Blitzen wesentlich kürzere Verschlusszeiten zu nutzen, darauf gehe ich dann aber später ein.

  • Hartes Licht

    Je kleiner eine Lichtquelle ist im Verhältnis zum Gegenstand/Menschen, desto härter wird das Licht. Das heisst, dass die Grenze zwischen Licht und Schatten sehr klar ist (harte Grenze). Die Sonne ist zwar riesig, auf Grund der Entfernung allerdings relativ klein. Schauen Sie sich an einem sonnigen Tag mal Ihren Schatten an. Je näher Sie dann zusätzlich Richtung Boden/Wand gehen, desto klarer werden die Grenzen zwischen Schatten und Licht. D.h., dass der Abstand der Lichtquelle zum Objekt einen zusätzlichen Einfluss auf die Lichtqualität hat. Der Kontrast ist hoch.
    Aufs Blitzen bezogen heisst das: Je kleiner Ihr Blitz, desto härter ist das Licht.

  • Weiches Licht

    Im Gegensatz zum harten Licht, kommt weiches Licht von einer grossen oder diffusen Quelle. Wenn es bewölkt ist, sind die Verläufe zwischen Schatten und Licht fast schon fliessend. Lucky Luke hätte daran zwar keine Freude, aber für Portraits ist solches Licht oft schöner und auch einfacher, da der Kontrast tief ist.
    Aufs Blitzen bezogen heisst das: Je grösser Ihr Blitz, desto weicher das Licht. Wenn Sie schon einmal in einem Studio waren, haben Sie wahrscheinlich Schirme und sogenannte Softboxen gesehen. Diese verteilen das Licht vom relativ kleinen Blitzkopf und lassen es grösser erscheinen. Sie helfen also, die Lichtquelle zu vergrössern und dementsprechend das Licht weich zu gestalten, wie es die Wolken am Himmel oder der Nebel machen.
    Und wie beim harten Licht gilt folgendes: Je näher der Blitz an Ihrem Sujet ist, desto weicher wird das Licht. Wenn Sie im Studio ganz harte Schatten wollen, hilft es folglich, den Blitz etwas weiter weg zu stellen und ohne Softbox zu blitzen.

  • Direktes vs indirektes Licht

    Diese beiden Begriffe dürften selbsterklärend sein: Richten Sie Ihre Lichtquelle direkt auf Ihr Sujet, haben Sie direktes Licht. Wenn Sie sich in den Schatten stellen und eine grosse Hauswand das direkte Sonnenlicht reflektiert, verwenden Sie indirektes Licht. Diese Technik ist vor allem bei Aufsteckblitzen hilfreich: Richten Sie den Blitz nicht direkt auf Ihr Model, sondern blitzen die Wand an, wird die Lichtquelle wesentlich grösser und Sie erhalten weicheres und vor allem schöneres Licht. Aber aufgepasst: Das reflektierte Licht übernimmt die Farbe der Wand!

  • Fenster- und Nordlicht

    Fensterlicht beschreibt schlicht und einfach das Licht, das durch ein Fenster in einen Raum fällt. Wenn das Fenster gegen Norden ausgerichtet ist, haben Sie in der Nordhemisphäre unseres Planeten nie direktes Sonnenlicht. Entsprechend haben Sie weiches und kontrastarmes Licht, mit dem Sie den ganzen Tag über arbeiten können, ohne harte Schatten im Gesicht Ihres Models. Und je weiter weg vom Fenster Sie Ihr Model oder Ihren Gegenstand positionieren, desto weniger Licht haben Sie. Dies beschreibt der folgende Absatz.

  • Gegen-, Streif-, Rückenlicht

    Licht kommt in der Natur aus einer Richtung. Selbstverständlich wird es zusätzlich reflektiert, so dass es aus mehreren Richtungen kommen kann. In der Fotografie bennen wir das Licht immer aus Sicht der Fotografin oder des Fotografen.
    Seitlich einfallendes Licht nenne ich Streiflicht. Dieses ist sehr gut geeignet, Gelände oder Menschen dreidimensional darzustellen. Erhöhungen werden hell, Täler dunkel. Je nachdem, wo das Licht steht, kann ich mit dem Schatten spielen (z.B. 90° neben der Person/Landschaft). Bei Studioportraits wird das Hauptlicht oft rund 45° seitlich zum Model aufgestellt und von schräg oben, weil wir uns gewöhnt sind, dass die Sonne meistens von oben scheint. Bei Sonnenaufgang und -untergang haben wir sehr extremes Streiflicht.
    Gegenlicht ermöglicht es, die Sonne als Stern darzustellen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn sie nicht von einer Wolke oder Nebel verdeckt ist und die Blende geschlossen ist (ca. ab Blende 11). Wenn man Portraits gegen das Licht fotografiert, hat man ein gleichmässig ausgeleuchtetes Gesicht und die portraitierte Person wird nicht geblendet (offene Augen statt zusammgenkekniffene).
    Rückenlicht nenne ich Licht, das hinter meinem Rücken ist. Dieses Licht kann sehr flach wirken, da einfach alles gleich ausgeleuchtet ist. Grundsätzlich ist dieses Licht eher langweilig, kann aber sehr gut verwendet werden, um Symmetrien zu betonen oder Gesichter/Gegenstände sehr gleichmässig auszuleuchten. Kamerablitze leuchten Personen auch von vorne aus. Je näher ein Blitz am Objektiv ist, desto grösser ist die Chance, dass die fotografierte Person auf dem Bild rote Augen hat. Aufsteckblitze sind bereits etwas höher und verhindern das, grundsätzlich finde ich allerdings, dass aufgesteckte Blitze oder Kamerablitze für Portraits nicht optimal sind (gilt übrigens auch für Tiere).

  • Abstandsquadratgesetz

    Das klingt jetzt sehr wissenschaftlich und der erste Satz auf Wikipedia ist auch nicht vielversprechender. Man kann es allerdings ziemlich einfach auf die Fotografie ummünzen: Wenn Sie den Abstand zwischen Lichtquelle und Sujet verdoppeln, verringert sich die Lichtleistung auf 1/4.
    Das kann man sich zu Nutze machen: Nehmen wir an, Sie möchten in einem relativ kleinen Raum mit weisser Wand ein Bild machen und Ihr Model soll auf dem Bild vor einem dunklen Hintergrund stehen. Je weiter weg Sie Model und Lichtquelle von der Wand bringen, desto dunkler wird der Hintergrund, da die Lichtmenge ja rapide abnimmt. Je näher die Lichtquelle zudem beim Model steht, desto mehr können Sie die Leistung des Blitzgerätes verringern. Das heisst, es gelangt noch weniger Licht auf den Hintergrund, sodass Sie aus einer weissen Wand bald eine schwarze gemacht haben.
    Umgekehrt stimmt es natürlich auch: Wenn Sie eine weisse Wand möchten, hilft es, das Model und die Lichtquelle näher an die Wand zu rücken. Entfernen Sie jetzt den Blitz vom Model und erhöhen die Leistung des Blitzgerätes, wird die Wand hinter dem Model noch heller.

II. Lichttemperatur